Der Spätsommer ist da und rasend schnell werden die Tage wieder kürzer. Noch ist aber Zeit, das Leben im Freien zu genießen. Wie wäre es mit einer Tour ins wunderschöne Dalarna? Oder mögt ihr euch schon das ein oder andere Mal nach innen zurückziehen – dann sagen wir euch, wo ihr euch kreativ ausleben könnt. Auch kulinarisch haben wir heute etwas auf dem Zettel und sind gespannt, ob ihr diesen schwedischen Klassiker genauso mögt wie wir.

© Sibille Fuhrken

Reiseziel Dalarna

Die historische Provinz Dalarna (die mit der heutigen Provinz Dalarnas län übereinstimmt) liegt in Mittelschweden und bietet mit ihrer abwechslungsreichen Natur beste Voraussetzungen für einen erlebnisreichen Urlaub.

Hier gibt es weitläufige Wälder, in denen Wanderer, Läufer, Radler und Spaziergänger sich wohlfühlen, wunderschöne Seen und Berge, die besonders Skifahrer und Snowboarder schätzen. Für Wintersportler ist vor allem der traditionsreiche Wasalauf, ein Skilanglauf von Sälen nach Mora, ein alljährliches Highlight. Außerdem beliebt: die Wintersportgebiete Idre und Sälen mit zahlreichen Pisten und Loipen für Langlauf, Abfahrtsski und Snowboarden. Angler, Kajakfahrer und Schwimmer lieben Schwedens siebtgrößten See, den Siljan. Um ihn herum führt der 340 Kilometer lange Wanderweg Siljansleden, der teilweise auch für Mountainbiker eine spannende Strecke darstellt. Der Fernwanderweg Dalkarlsvägen startet in Mora. Dabei handelt es sich um die historische Migrationsroute von Dalarna nach Stockholm, die gegen Mitte des 19. Jahrhunderts von vielen Einwohnern Dalarnas genutzt wurde, um in der Hauptstadt Arbeit zu finden. Wer an der Zeit des Silber- und Eisenerzabbaus in Dalarna interessiert ist, kann sich auf dem Wanderweg Silverringen aufmachen.

Der Nationalpark Fulufjället lockt Besucher mit Wanderrouten und spektakulären Wasserfällen wie dem Njupeskär, mit 93 Metern einer der höchsten Wasserfälle des Landes. Und auch die Höllenschlucht, Helvetesfallet, mit ihren 30 Meter hohen Felswänden sollte man nicht verpassen.

Auch kulturell hat Dalarna einiges zu bieten und ist ein fantastisches Urlaubsziel. Vom bekannten Kupferbergwerk und heutigen UNESCO-Weltkulturerbe Falun, über Kurbitsmalerei, mit der im 18. und 19. Jahrhundert vor allem Holzmöbel verziert wurden, bis zu den Künstlerhäusern von Carl Larsson und Anders Zorn. In einem ehemaligen Kalksteinbruch finden auf der Freilichtbühne Dalhalla im Sommer Konzerte statt. Nicht zu vergessen die Dalapferde, die im Dorf Nusnäs noch in Handarbeit hergestellt werden – ja, und dann ist da ja auch noch das größte Dalapferd der Welt in Avesta.

Wer traditionelle Mittsommerfeste erleben möchte, ist ebenfalls in Dalarna genau richtig. In Tällberg, Rättvik und Leksand können Besucher an den großen Feierlichkeiten teilnehmen und hautnah erleben, wie der Höhepunkt des Sommers in Schweden gefeiert wird.

© Sibille Fuhrken

Künstlerisch ausleben im Urlaub

Keramik herstellen

Im Nordwesten von Skåne gibt es zahlreiche traditionsreiche Ateliers und Werkstätten, die sich der Steinzeug- und Keramikherstellung widmen. Wer sich selbst einmal an der Töpferscheibe ausprobieren möchte, der kann das zum Beispiel in der Wallåkra Stenkärlsfabrik.

Dalapferde bemalen

In Nusnäs am Siljansee können Besucher ihr eigenes Dalapferd bemalen. In der Werkstatt Nils Olsson, in der Dalapferde noch in Handarbeit gefertigt werden, könnt ihr euer ganz persönliches Souvenir aus Schweden herstellen.

Glasblasen

Im småländischen Glasriket dreht sich alles um die traditionelle Kunst des Glasmachens, die hier seit Jahrhunderten gepflegt wird. In vielen Glashütten können Besucher sogar selbst Hand anlegen und ausprobieren, wie es ist, Glasmacher zu sein. Die Arbeit ist schweißtreibend und körperlich anstrengend, bietet aber eine einzigartige Gelegenheit, diese besondere Handwerkskunst selbst kennenzulernen.

Samische Kunst selber herstellen

In Kiruna können Besucher des Camp Ripan Handwerkstechniken der indigenen Sami ausprobieren. Aus Leder, Holz, Garn oder Horn können praktische Alltagsgegenstände hergestellt werden. Ganz nebenbei erhalten Besucher einzigartige Einblicke in eine Kultur, die vielen nahezu unbekannt ist.

Eisskulptur

Ein Kunstwerk aus Eis selber herstellen? Das können Besucher des weltweit ersten Eishotels in Jukkasjärvi. Hier werden die Grundlagen der Arbeit an einer Eisskulptur vermittelt und mit professionellem Werkzeug gearbeitet.

Handwerksinsel

Workshops im Aquarellmalen, Stricken, Holzschnitzen und vielem mehr stehen auf dem Programm der mittlerweile als Handwerksinsel bezeichneten Insel Fjäderholmarne, die rund 30 Bootsminuten von Stockholm entfernt liegt.

© Polina Semernina/ Pexels - Polina Semernina

Rezept-Tipp – Janssons Frestelse

Janssons Versuchung – woher der Name dieses köstlichen Gerichts stammt, ist umstritten. Viele meinen, dass es nach dem schwedischen Opernsänger Pelle Janzon benannt wurde. Andererseits besteht die Überzeugung, das Gericht gehe auf einen Film aus den 1920er Jahren zurück, der „Janssons Frestelse“ hieß.

Janssons Frestelse wird häufig gegen Ende einer Party oder als Teil eines Festessens serviert. Es gehört zu den fünf liebsten traditionellen schwedischen Gerichten.

Zutaten:

für 4 Personen

4–6 festkochende Kartoffeln, in dünne Stifte geschnitten
2 Zwiebeln, in dünne Ringe geschnitten
10 Ansjovisfilets oder Appetitsild (250 g) aus Lake nehmen und Lake mit Sahne vermischen
300–400 ml Sahne
Semmelbrösel zum Bestreuen
Filets/Appetitsild zum Garnieren (nach Belieben)
Pfeffer

Ofen auf 180 Grad vorheizen, Ober-Unterhitze: 250 Grad

So geht's: 

Kartoffeln, Zwiebeln und Sprotten (nach Belieben im Ganzen oder in Stücken) in ofenfeste Form geben und mit Pfeffer würzen. Sahne zugießen, bis die Oberfläche beinahe bedeckt ist. Mit Semmelbröseln bestreuen. 

Im Ofen backen, bis Kartoffeln weich und Semmelbrösel goldbraun sind. Wenn nötig, kann in den letzten 5 Minuten im Ofen noch etwas Sahne angegossen werden.

© Sibille Fuhrken

Kennt ihr schon den Hälsinge Hambo?

Der Hälsinge Hambo ist ein über die Landesgrenzen hinaus bekannter Volkstanzwettbewerb in der historischen Provinz Hälsingland. Die Veranstaltung gilt als inoffizielle Weltmeisterschaft und wurde erstmals 1965 ausgetragen. 

Der Hambo ist ein Paartanz im ¾-Takt, bei dem sich die Tanzpaare gegen den Uhrzeigersinn im Kreis bewegen. Getanzt wird in traditioneller Volkstracht ein Vorwärtsschritt, gefolgt von Drehungen und einem abschließenden Übergangsschritt. Beim Hälsinge Hambo wird die Variante Nighambo getanzt, bei der die Knie auf den ersten Schlag tief gebeugt werden. Musikalisch ist das Herzstück des Hälsinge Hambos die Hårgalåten-Melodie, eine bekannte und unverwechselbare Melodie der schwedischen Folkmusik. 

Der Name der Melodie bezieht sich auf eine bekannte Volkssage aus dem Dorf Hårga, in der ein geheimnisvoller fremder Geiger (der sich als Teufel herausstellt) eine bis dahin unbekannte, hypnotische Melodie spielt, die die tanzenden Paare derart in einen Tanzzwang bringt, dass sie nicht mehr aufhören können, zu tanzen.

Jedes Jahr wird der Hälsinge Hambo am Schauplatz der Sage auf den Wiesen in Hårga ausgetragen.