Der Frühling ist da und es zieht uns nach draußen in die Natur – wir nehmen euch mit in die Ruhe der schwedischen Wälder, zelebrieren die schwedische Fika und besuchen die Highlights von Astrid Lindgrens Småland.

Fikabroed och kaffe

Was ist eigentlich Fika?

In Schweden werden pro Kopf jährlich rund 6 kg Kaffee konsumiert, damit belegt das Land Platz vier der größten Kaffeekonsumenten der Welt. Bevorzugt werden dunkle, kräftige Röstungen, vorzugsweise ohne Milch.

Und noch ein paar Zahlen: Schweden importiert über 130.000 Tonnen Kaffee jährlich, und im Schnitt verbringt ein Schwede 52 Minuten am Tag mit Kaffeetrinken – vor allem ein Arbeitsplatz ohne Kaffee ist bei unseren nördlichen Nachbarn eigentlich nicht vorstellbar. Kaum zu glauben, dass Kaffee erst 1674 nach Schweden kam und bis zu seiner endgültigen Legalisierung 1822 im Laufe der Zeit fünfmal verboten wurde.

König Gustav III. soll in seiner Abneigung dem Kaffee gegenüber angeblich sogar so weit gegangen sein, dass er an einem zum Tode verurteilten Zwillingspaar ein „Kaffee-Experiment“ durchführen ließ. Ihre Strafen wurden in lebenslange Haftstrafen umgewandelt, unter der Bedingung, dass einer der beiden bis zu seinem Lebensende täglich eine definierte Menge Kaffee, der andere die gleiche Menge Tee trinken sollte. Die Mediziner, die das Experiment überwachen sollten, starben vor Abschluss, der König fiel einem Attentat zum Opfer und der Teetrinker starb laut der Erzählung als Erster im Alter von 83 Jahren. Wie alt der Kaffeetrinker wurde, ist nicht überliefert. Kaffee ist vielleicht doch nicht so schlecht?

Die Tradition einer Kaffeepause, oft mit einer Süßigkeit dazu, ist inzwischen ein zentraler Bestandteil der schwedischen Kultur. Egal, ob zuhause oder am Arbeitsplatz, im Café oder im Freien – Zeit für Fika ist immer. Aber woher stammt eigentlich der Name für die liebste Tradition der Schweden? Das Wort Fika ist vermutlich eine Umkehrung der Silben des alten schwedischen Wortes kaffi, einer Nebenform des Wortes kaffe. Im Laufe der Jahre wurde das zur Kaffeepause gehörige Backwerk als fikabröd bezeichnet und auch der soziale Aspekt beim Kaffeetrinken gewann immer mehr an Bedeutung.

Und so ist auch heute noch das Bild einer Fika verbunden mit Kaffee und vor allem auch Gesellschaft oder einer selbstgewählten Ruhepause. Was gehört für euch zu Schwedens beliebtester Tradition?

Herrliche Wälder in Schweden
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Mit allen Sinnen entspannen – Waldbaden in Schweden

Waldbaden ist eine aus Japan stammende Methode, die sich positiv auf Gesundheit und Wohlbefinden auswirkt. Die Methode, auf Japanisch Shinrin-Yoku, entstand in den 1980er Jahren und war im Rahmen von präventiven Gesundheitsmaßnahmen entwickelt worden. Es geht dabei um einen achtsamen Aufenthalt im Wald, langsames Gehen oder einfach darum, an einem Punkt zu verweilen.

Um die wohltuende Wirkung zu spüren, bedarf es keinerlei besonderer Aktion. Im Gegenteil – je weniger, desto besser. Die Atmosphäre des Waldes soll mit allen Sinnen wahrgenommen werden – der erdige Duft, der Wind in den Blättern, die Sonnenstrahlen, die sich ihren Weg durch das Blätterdach bahnen, die Stimmen der Vögel.

Schwedens Wälder sind perfekt für alle, die durch das besondere Naturerlebnis Waldbaden Entschleunigung und Entspannung suchen. Hier können Ruhesuchende abseits von Alltagshektik ganz in die Stille des Waldes eintauchen und parallel die eigenen Sinne aktivieren. Die Natur ist in Schweden fester Bestandteil des täglichen Lebens und eine am Stockholmer Karolinska-Institut durchgeführte Studie belegt die gesundheitlichen Vorteile eines Aufenthaltes in der Natur. Neben einer Senkung des Stresspegels sowie positiven Effekten auf Blutdruck und Herzfrequenz führt das Waldbaden zu mehr Wohlbefinden, mentaler Erholung und einer Steigerung der Kreativität. 

Wo könnte man besser Waldbaden und den Alltagsstress hinter sich lassen als in einem Land wie Schweden, wo über 70 Prozent der Landesfläche bewaldet sind und das Jedermannsrecht die Möglichkeit zu spontanen Erkundungen in der Natur sichert?

Schweden bietet mit über 30 Nationalparks und rund 5.000 Naturreservaten schier unendliche Möglichkeiten, das Waldbaden auszuprobieren. Alles, was ihr braucht, sind wetterfeste Kleidung, rutschfeste Schuhe und im Sommer eventuell Badekleidung, falls ihr unterwegs Lust auf ein erfrischendes Bad in einem von Schwedens vielen Waldseen bekommt. Sucht euch ein Waldstück, in dem ihr euch wohlfühlt, und lasst Handy & Co. ausgeschaltet. Lernt, im Hier und Jetzt zu sein, atmet die frische Luft ein, nehmt Geräusche und Gerüche wahr und spürt den Waldboden unter euren Füßen.

Hier findet ihr einige der besten Plätze für das schwedische Skogsbad:

  • Söderåsen-Nationalpark im südlichen Skåne: Laubwald mit Höhenzügen und Tälern
  • Tiveden-Nationalpark zwischen den Seen Vänern und Vättern gelegen: wildromantische, hügelige Waldlandschaft
  • Skuleskogen-Nationalpark an Höga Kusten: UNESCO-Weltnaturerbe, beeindruckende Granitklippen und dichte Wälder
  • Nuddus-Nationalpark: uralte unberührte Wälder und tiefe Schluchten


Kleiner Tipp am Ende: Auch Kaffee und Zimtschnecke – also eine echte Fika – schmecken draußen im Wald ganz besonders gut.

Astrid Lindgrens Welt
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Zu Besuch in Astrid Lindgrens Småland

Das südschwedische Småland ist eine der beliebtesten Urlaubsregionen des Landes – und das nicht nur wegen der fantastischen Natur mit ausgedehnten Nadelwäldern und zahlreichen Seen, der roten Holzhäuschen, Schlösser und des Glasrikets. Vor allem ist es der Name Astrid Lindgren, den viele Besucher mit Småland verbinden. Viele ihrer Kinderbücher sind hier im Süden des Landes verortet, der Region, in der sie selbst aufgewachsen war.

Wer sich auf Spurensuche begeben will, sollte die folgenden Orte nicht verpassen:

Astrid Lindgrens Värld

Im Themenpark in Vimmerby erwachten die Geschichten Astrid Lindgrens zum Leben. Im Sommer werden bekannte Szenen aus den Geschichten von Schauspielern nachgespielt – ihr trefft hier auf Pippi Langstrumpf und Michel aus Lönneberga genauso wie auf Ronja, die in der Mattisburg unterwegs ist. Und natürlich fehlen auch Karlsson vom Dach, die Brüder Löwenherz, Madita und Rasmus und Paradies-Oskar nicht in Astrid Lindgrens Welt.

Pfarrhof Näs – Astrid Lindgrens Elternhaus

Eintauchen in Astrid Lindgrens Kindheit könnt ihr auf dem Pfarrhaus Näs, das ebenfalls in Vimmerby liegt und auf dem die Schriftstellerin ihre Kindheit verbrachte. Neben dem Wohnhaus beleuchten Wechselausstellungen unterschiedliche Aspekte des Lebens von Astrid Lindgren, aber auch von anderen Kinderbuchautoren. Zum Kulturzentrum Astrid Lindgrens Näs gehört auch ein weitläufiger Garten.

Sevedstorp – das echte Bullerbü

In Sevedstorp nahe Mariannelund wuchs Astrid Lindgrens Vater auf und es ist eben dieses Dorf, das der Schriftstellerin als Vorbild für ihr Bullerbü diente. Hier erlebt ihr also die wahre Bullerbü-Atmosphäre. So manch einer wird den Ort vielleicht auch aus den Verfilmungen wiedererkennen, denn hier wurden in den 80er-Jahren die Bullerbü-Filme gedreht.

Filmdorf Småland

Zwanzig Kilometer von Vimmerby entfernt kommen Liebhaber der Astrid-Lindgren-Verfilmungen voll auf ihre Kosten. Hier in Mariannelund wurde Michel aus Lönneberga gedreht und im kleinen Kino werden Ausschnitte aus den Filmen gezeigt. Kinder können mit den Requisiten der Filme spielen und in Pippis Küche turnen oder im Laden von Saltkråkan einkaufen.

Aber auch rund um das Filmdorf Mariannelund liegen verschiedene Drehorte der Verfilmungen, wie zum Beispiel das Dorf Gibberyd, in dem „Michels Katthult“ zu finden ist, und das ehemalige Herrenhaus Hässleby Gård.

Walpurgisnacht in Schweden
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Kennt ihr schon Valborg?

Valborg (kurz für Valborgsmässoafton) ist ein traditionelles Frühlingsfest in Schweden, das am 30. April mit Lagerfeuern, Reden und, typisch für Schweden, Gesang begangen wird. Ursprünglich sollten die Feuer die bösen Geister vertreiben, aber auch ohne diese Intention wird Valborg landesweit gefeiert. Meist versammeln sich Menschen im örtlichen Park, es gibt aber auch größere Feiern, zum Beispiel im Stockholmer Freilichtmuseum Skansen. Außerdem finden in Schweden wie auch in Finnland in der Walpurgisnacht die größten Studentenfeste des Jahres statt. Hauptorte der Studentenfeiern in Schweden sind die Universitätsstädte Uppsala und Lund.